Jackob2

«Jetzt hat mein Leben einen Sinn»

Wie durch Jesus Christus aus einer Alkoholruine ein Postkurier im Bundeshaus wurde.

In einem Berner Oberländer Bergdorf erlebte ich eine glückliche Jugendzeit. Schon kurz nach Schulaustritt fand dieses Glück jedoch ein Ende und ich sah mich mit verschiedenen Problemen konfrontiert. Meine Minderwertigkeitsgefühle und Schüchternheit, sowie die Tatsache, dass ich mich für keinen Beruf entscheiden konnte, brachten mich unter einen grossen inneren Druck. Die Handelsschule, die ich als Zwischenlösung besuchte, musste ich nach einem halben Jahr abbrechen.

Während eineinhalb Jahren arbeitete ich dann als Küchenbursche in einem Bergrestaurant. Bei den dort stattfindenden Festen trank ich immer häufiger reichlich Alkohol, um meine Probleme und Zukunftsängste für einen Moment vergessen zu können und meine Hemmungen abzubauen. Die Abstände zwischen den Festen wurden immer kleiner, die Alkoholmengen, die ich konsumierte, immer grösser.

Mein Leben begann mir richtig zu verleiden
Alles war mir zuwider, ich mir selbst am meisten. Auch meine Familie litt unter meinem Zustand. Waren die Gebete meiner Mutter und Grossmutter umsonst?

Weitere schlimme Jahre folgten. Ich begann, Tabletten zu schlucken und Haschisch zu rauchen, worauf sich meine physische und psychische Verfassung weiter verschlechterte. Verschiedene Arbeitsversuche scheiterten an meiner zunehmenden Sucht und meiner Labilität.

Nachdem ich zweimal eine Ausbildung abgebrochen hatte, begann ich ein Praktikum in einem Heim. Nach einer Woche dort, griff ich zu einer Überdosis Tabletten. Die darauf folgende psychiatrische Behandlung brachte mir weiter nichts, als dass meine Tablettenabhängigkeit noch zunahm.

Ein zweiter Suizidversuch im Oktober 1978 scheiterte erneut. Mit vielen guten Vorsätzen kehrte ich nach einem langen Spitalaufenthalt nach Hause zurück. Kaum entlassen, begann ich aber wieder heimlich zu trinken.

Ich war völlig abhängig
Ich wurde magenkrank, meine inneren Organe waren laut ärztlicher Diagnose bereits schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Nach einem weiteren Suizidversuch landete ich wieder im Spital. Mein Knie musste operiert werden, weil ich mich verletzt hatte. Wieder folgte ein wochenlanger Aufenthalt im Krankenhaus, der mir das Leben total verleiden liess. Unbemerkt verschaffte mir ein Zimmerkollege andauernd reichlich Alkohol.

Eines Abends – nach erheblichem Alkoholgenuss – wollte ich aus dem Krankenhaus verschwinden. Da alle Türen verschlossen waren, sprang ich im 2. Stock aus dem Fenster. Ich blieb schwer verletzt liegen und musste in die Universitätsklinik nach Bern gebracht werden. Alle Zehen, die Fersen- und Fussknochen waren gebrochen. Einmal mehr lag ich also im Bett und hatte Gelegenheit, über mein Leben nachzudenken. Ich sah keine Hoffnung mehr. Manchmal dachte ich an Gott, doch war ich überzeugt, dass auch er mir nicht helfen könnte. Zudem wollte doch Gott von einem so schlechten Kerl, wie ich war, ohnehin nichts wissen?!

Vom Krankenhaus kam ich erneut zu zahlreichen Therapien in eine psychiatrische Klinik. Nach einem halben Jahr begann ich ohne grosse Motivation eine Ausbildung zum Bäcker-Konditor. Doch auch diesmal dauerte es nicht lange bis zum nächsten Zwischenfall. In angetrunkenem Zustand fuhr ich eines Abends nach Bern in die psychiatrische Klinik, wo ich alles kurz und klein schlug.

Ich wollte unter keinen Umständen mehr weiterleben
lm Herbst 1979 war ich dermassen am Ende, dass ich unter keinen Umständen mehr weiterleben wollte. Voll gestopft mit Gift sass ich im Bahnhofrestaurant und wollte sterben. Damit mich niemand finden würde, wollte ich noch in den Wald laufen, doch ich konnte bereits nicht mehr.

Da - plötzlich hörte ich laut, wie mein Name gerufen wurde, ohne jedoch jemanden zu sehen, den ich kannte. Kurz darauf sank ich bewusstlos vom Stuhl. Dann wieder, genau dieselbe Stimme: «Was machst du aus deinem Leben? – Weshalb tust du das alles? – Hast du ein Recht darauf, dein Leben gewaltsam zu beenden? – Ich gebe dir noch einmal eine Chance. Ergreife sie endlich! Sonst ist es für immer zu spät.»

Ich wusste, das war die Stimme des lebendigen Gottes
Er will, dass ich lebe! – Er liebt mich! – Ich bin nicht verloren!
Noch im Krankenhaus übergab ich mein Leben Jesus Christus und bat ihn um die Vergebung meiner grossen Schuld. Welch eine Erleichterung! Riesige Lasten fielen von mir ab und ich fühlte mich wie neugeboren.

Es folgte dann noch ein Jahr Behandlung in einer psychiatrischen Klinik. Keine einfache Zeit. Doch Jesus Christus war bei mir, ich gehörte nun ihm. Ich begann in der Bibel zu lesen und zu beten. Und Gott antwortete mir.

Ein anschliessender Aufenthalt in einer christlich-therapeutischen Wohngemeinschaft half mir entscheidend weiter. Jesus Christus, dem alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben ist, begann nun, mich an Geist, Seele und Leib zu heilen und völlig zu erneuern. Ich erlebte, dass der Bibelvers «Gehört jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas Neues hat begonnen» (2. Korinther 5,17), in meinem Leben Realität wurde.

Auch meinen Konfirmationsspruch begann ich zu verstehen. Er lautete: «Eins steht fest, dass ich alles vergessen will, was hinter mir liegt. Ich konzentriere mich nur noch auf das vor mir liegende Ziel.» (Philipper 3,13b)

Die grenzenlose Liebe von Jesus
Durch die grenzenlose Liebe, Geduld und Hilfe von Jesus Christus darf ich heute vollständig gesund und frei sein. Ich darf ein Leben leben, das sich lohnt, weil Gott ihm einen Sinn gegeben hat.

Die unzähligen Gebete meiner Angehörigen waren nicht vergeblich. Gott hat sie erhört! Fröhlich darf ich mit dem Psalmbeter singen: «Voll Zuversicht hoffte ich auf den Herrn, und er wandte sich mir zu und hörte meinen Hilfeschrei.»

«Ich war in eine verzweifelte Lage geraten wie jemand, der bis zum Hals in einer Grube voll Schlamm und Kot steckt! Aber er hat mich herausgezogen und auf festen Boden gestellt. Jetzt haben meine Füsse wieder sicheren Halt. Er gab mir ein neues Lied in meinen Mund, einen Lobgesang für unseren Gott.» (Psalm 40,2–4)

Nun arbeite ich schon seit Jahren als Postkurier im Bundeshaus in Bern. Eine faszinierende, anspruchsvolle und interessante Tätigkeit.

Ob Sie als Leser selber Suchtprobleme haben oder nicht, darf ich Ihnen zurufen: «Auch Sie haben Jesus nötig, damit Sie nicht verloren gehen. Kommen Sie noch heute zu Ihm, Sie werden es nie bereuen.»

Jakob