Tenzing2

Tenzing wurde in Gulu (Indien) geboren und hat die ersten fünf Jahre ihres Lebens dort verbracht. Mit Hilfe des SRK in Bern konnte sie mit ihren Eltern in die Schweiz einreisen. Sie berichtet aus ihrem Leben, wie sie Gott erlebt hat.

Als zwölfjähriges Mädchen hörte ich in meiner Pflegefamilie erstmals von Jesus. Ich war sehr beeindruckt und begann in der Kinderbibel zu lesen. 

Jesus faszinierte mich. Aber bald merkte ich, dass meine Pflegefamilie nicht lebte, was die Bibel sagt. Man behandelte mich fast wie eine Sklavin. Weil ich kein Geburtstagsdatum im Ausweis hatte, lachten sie mich aus. So lehnte ich Jesus ab und gab mich ganz neu dem Buddhismus hin.

Mit meinen Eltern ging ich an buddhistische Veranstaltungen. Ich suchte Erfüllung, Liebe und Geborgenheit. Durch den häufigen Besuch an diesen Veranstaltungen hoffte ich, als Person akzeptiert zu werden. Doch trotz inniger Hingabe klappte es nie. Mein ehrfürchtiges Niederknien vor der Buddha-Statue gab mir keinen Frieden ins Herz. Ich hatte grosse Angst, beim Opfern von Wasser, Reis und Gemüse falsch zu atmen. Wenn jemand diese tägliche Befriedigung Buddhas vergisst oder etwas falsch macht, hat das Konsequenzen im Jenseits. Für arme Menschen, die kaum selber genug zu essen haben, ist das ein grosser Stress. Je mehr sie opfern, umso besser geht es ihnen im nächsten Leben – so glauben sie.

Ich suchte weiter nach der Wahrheit. Mit 22 Jahren lernte ich eine Frau kennen. Ich merkte schnell, dass sie das, was sie glaubt, auch wirklich lebt. Sie lud mich ein, so zu Jesus zu kommen, wie ich bin. Das tat ich. Und Jesus befreite mich von meinen Ängsten. Wie froh war ich, zu entdecken, dass Jesus für meine Schuld schon bezahlt hatte! Mein Opferstress verwandelte sich in ein Dankgebet zu dem Gott, der Mensch geworden war. Danke, Jesus!

Mit Jesus begann für mich ein unbekannter Lebensabschnitt. Um ein gutes Gefühl zu haben, versuchte ich, selber nachzuhelfen. Bald merkte ich, wie schwach mein Vertrauen zu Gott war. Ich begann immer besser zu verstehen, was Jesus für mich getan hatte. So wurde er mir immer lieber und wertvoller. Ich sagte zu ihm: Mache du mit meinem Leben was du willst. Meine Glieder sollen dir zur Verfügung stehen, egal was kommt.

Tenzing